Südwest Presse Ulm, 12.01.2004

FASNET / "Borgerhau-Hexen" Wippingen veranstalten Brauchtumsabend
Die neue Zunft ist angenommen

Der erste Brauchtumsabend der Wippinger "Borgerhau-Hexen" am Samstag war ein Riesenerfolg. 500 Hästräger brachten die Gemeindehalle zum Beben.

FRANZ GLOGGER

Zunftmeister Florian Scheck strahlte: Ein Dutzend Zünfte, von Ehingen bis Laupheim, hatten Auftritte zugesagt - etliche Zünfte mehr kamen einfach so zum Feiern vorbei. "Es ist nicht einfach für eine neue Gruppe, an Auftritte heranzukommen. Wir freuen uns riesig. Das tut unserer jungen Zunft gut", sagte Scheck. 28 Hexen feiern in der vergangenes Jahr gegründeten Zunft zurzeit die Fasnet.

Fast pünktlich konnte Scheck den Abend mit einem dreifachen "Borger-Hau" eröffnen. Beim Narrenball vor einem Jahr habe er noch fast jeden Besucher persönlich begrüßen können, so spärlich seien die Plätze besetzt gewesen.
Heute quelle die Halle vor Hexen und Sauen, Goischtern und Deifl fast über, freute sich der Wippinger Obernarr über das volle Haus. Dann besetzte der Sendener Schalmeien-Express mit schmissigen Fasnets-Hits die Bühne. Nicht zum letzten Mal wurden Stühle und Tische als Tanzboden missbraucht. Es folgten fetzige Show- und gespenstische Maskentänze. Zur Gaudi der weiblichen Besucher ließen Mannsbilder der Ehinger Hölla-Hexa (fast) alle Hüllen fallen. Mit akrobatischen Einlagen begeisterten die Feuerteufel aus Gerhausen und die Schmiechtaler Schalmeien pusteten die Hörgänge der närrischen Gäste mit temperamentvollen Rhythmen durch. Gegen Mitternacht ging ein abwechslungsreiches Programm zu Ende. Dann sorgte DJ Mäx für Stimmung.

Gegen vier Uhr begannen die Veranstalter aufzuräumen. Mit dem Kirchenläuten war auch das geschafft. Und dann ins Bett? Pustekuchen. Nach einem kurzen Frühstück stieg das Hexenvolk in den Bus und fuhr nach Donzdorf. Übermüdete Gesichter verschwanden hinter Masken und mit Gejohle reihten sich die
Wippinger Hexen in den großen Narrenumzug ein. "Ich bin zwar müde, aber sonst ist alles im grünen Bereich", meinte Scheck lachend. Denn einen gestandenen Hästräger wirft so leicht nichts um. Die Fasnet hat schließlich erst begonnen.
 
 

 
 
 

Schwäbische Zeitung, 19.11.2002

Wippingen - In ihre erste Fasnetssaison sind am Samstag die im Januar 2002 gegründete Wippinger Narrenvereinigung "Borgerhau-Hexa" gestartet. Beim "Häsastaube" in der Turnhalle prästentierten sich die sechs Maskenträger und ihr Narrensamen das erste Mal der Öffentlichkeit.

Die "Borgerhau-Hexa", benannt nach einem Waldstück bei Wippingen, sind nach der Gründung - auch wenn die Aufnahmeprüfungn nicht ganz einfach sei - schnell auf 25 Mitglieder angewachsen, sagte Zunftmeister Florian Scheck. Egal ob Mann oder Frau, jeder musste eine Nacht ohne Zelt im Borgerhau verbringen.

Die Maskenträger begrüßten die närrische Gesellschaft mit einem Tanz, den Claudia Pohler und Simone Enderle mit ihnen einstudiert hatten. Zum Häs mit weinroter Bluse, braunem Rock, grüner Schürze, weißer Unterhose und Lindenholzmaske mit grünem Kopftuch gehörte natürlich auch ein selbstgemachter Besen aus Birkenreisig, der während des Tanzes abflugbereit in einer Ecke stand.

Die meisten Arbeitsstunden nach der Gründung seien für die Anmeldung des Vereins und die Verwaltung draufgegangen, berichtete der Zunftmeister. Auch die Anfertigung des Häs habe einige Zeit gedauert. Geplant sei, in dieser Saison erst einmal bei den anderen Vereinen als Gäste mitzumachen. "Fast jedes Wochenende werden wir unterwegs sein, uns bei den Vereinen vorstellen und Erfahrungen sammeln", unterstreicht Scheck.

 


 
Südwest Presse Ulm, 12.03.2002
 
Die Fasnet hat in Wippingen längerfristige Auswirkungen: Nach dem Umzug in Blaubeuren haben acht Zuschauer aus lauter Begeisterung beschlossen, einen eigenen Fasnetsverein zu gründen. Die Borgerhau-Hexen wollen in Wippingen wieder einen Narrensprung organisieren.
 
Acht Wippinger wollen die Fasnet in dem Blausteiner Teilort wieder aufleben lassen. Denn zuletzt waren 1988 Narren zur schwäbisch-alemannischen Fasnet durch Wippingen gezogen. Doch zur nächsten Fasnet soll das anders sein. "Wir wollten böse Hexen haben, die a bissle wäldelig sind", erklärte Florian Scheck, der für die Repräsentation verantwortlich ist, den Charakter der Borgerhau-Hexen. "Hau" bedeutet Wald, und der "Borger" ist der alemannisch ausgesprochene Name der Familie Berger, der vor über 200 Jahren das dunkle, ungemütliche Waldstück am Sportplatz gehörte. In der Gegend lagen auch die ersten Siedlungen unserer Vorfahren in Wippingen", erkläuterte Scheck den historischen Hintergrund.
Die Vereinsgründer haben kommissarisch und gleichberechtigt die Vorstandschaft für ein Jahr übernommen, auf der Hauptversammlung im nächsten wird dann von den Vereinsmitgliedern der Vorstand gewählt. Neben Scheck sind Matthias Längerer und Stefan Schmid als Kassenführer, Martina Stein als Schriftführerin und der zuzeit verletzte Florian Stiele als Organisator im Vorstand des Vereins. Im sogenannten Narrenrat werden sie von drei Beiräten unterstützt.
"Unser Ziel ist es mit den anderen Wippinger Vereinen einen eigenen Narresprung zu organisieren und auf den UImzügen der Umgebung mitzusupringen." Und weil zu einer Narrengruppe auch ein entsprechender Schrei gehört, werden sich die Hexen mit johlendem "Borger-Hau" bekannt machen. Weitere Narrengruppen neben den Hexen unter dem Narrenverein Wippingen 2002 e.V. sollen bei Bedarf gegründet werden.
Die Ausstattung mit Häs und Maske ist allerdings nicht ganz billig. Die geschnitzte Maske mit Büffelhaaren und ein Häs aus weißer Hexen-Hose, brauner Bluse , weinroter Weste sowie grüner Schürze und Kopftuch kosten etwa 450 Euro. "Das ist aber ein einmaliger Aufwand, danach hat man jahrelang a Freud´", versichert Scheck. Auch die Jahresbeiträge sind mit 50 und 25 Euro recht statttlich, aber nach der Anschubfinanzierung sollen sie deutlich gesenkt werden.
Der Wippinger Ortsvorsteher Peter Enderle stand dem neuen Verein zunächst kritisch gegenüber, vor allem weil die anderen Verein ohnehin schon Probleme mit ihren Mitgliederzahlen haben, und zusätzliche Konkurrenz die Lage verschlimmere. Scheck zerstreute die Bedenken: "Wir sind nur zwischen dem 11.November und dem Faschingsdienstag aktiv - da ist in Wippingen ja überhaupt nix los." Auf Sommerfeste und dergelichen mehr wollen die Narren verzichten.
 
 

 

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